Pankreatitis bei der Katze

24. Juni 2019 von Paolo Zambianchi

Die Pankreatitis ist eine häufig auftretende Erkrankung der Bauchspeicheldrüse. Die Verdauungsenzyme der exokrinen Pankreas werden normalerweise erst im Darm aktiviert. Bei einer Pankreatitis aber sind sie bereits in ihrem Entstehungsort aktiv. Der Pankreas beginnt sich selbst zu verdauen.

Dies hat schwere Entzündungen des Drüsengewebes zur Folge, bis hin zu dessen Absterben. In manchen Fällen kann dieser Prozess auch auf umliegendes Gewebe übergreifen. Eine ernste, teils lebensbedrohliche Situation kann entstehen.

Die Symptome einer Pankreatitis sind häufig unspezifisch und die Diagnose stellt oftmals eine Herausforderung dar. Untersuchungen an toten Katzen haben gezeigt, dass offenbar viel mehr Tiere erkranken, als dass man bisher angenommen hat.

Signalement

Am häufigsten erkranken Katzen mittleren und höheren Alters. Kater wie Kätzinnen sind gleichermassen betroffen. Siamesen scheinen häufiger als andere Katzen an einer Pankreatitis zu leiden.

Symptome

Die häufigsten Anzeichen einer Bauchspeicheldrüsenentzündung bei Katzen sind Appetitmangel und Gewichtsverlust, Lethargie und Austrocknen. Teilweise Fieber oder aber auch Unterkühlung.

Unterschiede zum Hund: Erbrechen und Durchfall können, müssen aber nicht auftreten. Ebenso zeigt lange nicht jede Katze Bauchschmerzen. Dafür ist häufig eine Masse im Bauchraum tastbar.

Abklärung

Wie beim Hund spielt die spezifische Pankreaslipase eine wichtige Rolle. Alle anderen Veränderungen im Blut lassen keine sichere Diagnose zu.

Bildgebende Verfahren wie Röntgen und Ultraschall sind wichtige Untersuchungsmöglichkeiten, reichen jedoch alleine nicht aus. Da Katzen mit einer Pankreatitis sehr oft an weiteren Krankheiten (Leber- oder Darmerkrankung, Diabetes mellitus) leiden, sollten sie ebenfalls auf diese hin untersucht werden.

Therapie

Wie schon beim Hund erwähnt, besteht die Therapie aus einer Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr. Da Katzen mit Schmerzen oft die Nahrungsaufnahme verweigern, sind Schmerzmittel und Medikamente gegen weiteres Erbrechen sehr wichtig. Manchmal kann auch die Ernährung mittels Sonde erforderlich sein. Erkrankte Tiere sollten nicht gefastet werden, weil dies weitere, schwerwiegende Probleme (hepatische Lipidose: Leberverfettung) zur Folge haben kann. Antibiotika sind fast nie nötig. Anders wie bei Hunden werden Steroide (Kortison) mit Erfolg eingesetzt, v.a. wenn es sich um einen chronischen Prozess handelt.

Da viel Pankreatitispatienten gleichzeitig an einer Darmerkrankung leiden, sollte die Nahrung darmschonend sein. Auf eine fettarme Ernährung muss – anders wie bei Hunden - nicht geachtet werden. Vitamin B12 kann ebenfalls hilfreich sein.

Prognose

Diese hängt mit dem Schweregrad der Erkrankung zusammen: Je schwerer der Verlauf, desto ungünstiger die Prognose. Katzen mit einem milden Verlauf können jahrelang ohne Symptome bleiben. Dennoch ist ein erneutes Auftreten jederzeit möglich.

Sind weitere Erkrankungen wie ein Diabetes mellitus, Leber- oder Darmerkrankungen mit im Spiel, verschlechtert sich die Prognose zusehends.

Komplikationen

Diabetes mellitus, Erkrankungen des Darms, der Leber sowie der Gallenblase und deren Ausführgänge sind nicht selten und können schwerwiegend sein. Wichtig ist, eine erkrankte Katze weiterhin regelmässig mittels Blutuntersuchungen zu überwachen, auch wenn sie frei von Symptomen scheint.

Merke

Jede Katze mit akuten und besonders chronischen Magendarmproblemen, Diabetes mellitus oder Lebererkrankungen sollte zusätzlich auf eine Pankreatitis untersucht werden.

Komplementärmedizinische Therapien sind bei erkrankten Katzen auf jeden Fall sinnvoll. Welche Methode am besten passt, muss von Fall zu Fall entschieden werden. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die Begleiterscheinungen und wie gut das Tier bei einer Therapie mitarbeitet resp. ob es möglich ist, Medikamente einzugeben oder unters Futter zu mischen.

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